OGA Offene Galerie ardizón

Im Kreise der Ahnen

06.04.2007 - 05.05.2007

»Gernot Riedmann«

Sie befinden sich im Kreis der Ahnen. Ahnenseelen unserer weit zurück reichenden Kultur. In dieser Form, aus den Stämmen von Bäumen, den frühesten Gestalten der Götter, geschnitten, verkörpern ihre Abbildungen Archetypen der menschlichen Existenz. Einer dieser Archetypen ist der Beschützer. Er erscheint als Wächterfigur in nahezu allen Kulturen der Welt, auch in denen Westafrikas, wo Gernot Riedmann seine Inspirationen gesammelt hat. Der Ursprung der Wächterfiguren ist in einer Zeit vor der Kunst zu suchen, deshalb müssen wir über ihre Aufgabe nicht diskutieren. Sie besteht in erster Linie darin, Dämonen fern zu halten. Zu diesem Zweck flößt die Haltung des Wächters Respekt ein, auch sein Gesichtsausdruck ist gewöhnlich streng, oft zu einer Fratze verzerrt. Es ist die Fratze des Dämons, die sich in der des Wächters spiegelt. Der Blick, den wir in seinen Augen erkennen, könnte also der des bösen Geistes sein, den er gerade im Begriff ist zu vertreiben. Aber bleiben wir noch beim Motiv des Spiegels, das an dieser Stelle ganz gelegen kommt. Immer wieder hören wir Geschichten, in denen der Verlust der Seele als Verlust des Spiegelbildes erzählt wird. Ohne Spiegelbild keine Selbsterkenntnis, hören wir, auch keinen Blick mehr für die Wahrheit. In anderen Geschichten wiederum symbolisiert der Spiegel Eitelkeit und Wolllust. Was gilt nun? Das Eine? Das andere? Oder ist das Eine ohne das andere nicht zu haben?

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»Promenadologie Projekt«

19.06.2011 - 26.06.2011