Lebzelter+Weiss
»Strichlagen und Fertigteile«
Georg Lebzelter setzt seine neuen grßformatigen Arbeiten aus vielen kleinen Platten zusammen:
die Collagen aus Farbaquatinten zeigte Lebzelter bei der Triennale Kraków – Oldenburg – Wien,
die neuen schwarz-weißen Strichätzungen und Kupferstiche sind nun in der Galerie Ardizón
in Bregenz erstmals zu sehen.
Georg Lebzelter kombinierte bereits 2006/07 kleine, verschieden tief geätzte flächige und
farbig druckende Aquatinta-Platten zu großformatigen Bildern. Nun verwendet er Platten mit radierten
oder gestochenen Linien, die er in schwarz druckt. In beiden Verfahren, den farbigen Aquatintaflächen
und den schwarzen Strichen, entstehen Bilder voll Dynamik, Raumtiefe, Spannung und Harmonie.
Textauszug von Philipp Maurer
»Zustände + Liebeserklärungen«
Natalia Weiss hat sich Tiere als Vermittler ihrer Bildinhalte gewählt. Das heißt - Rabe, Ente, Ziege, Fisch und lurchartige Reptilien teilen sich mit schriftlichen Mitteilungen zweidimensionale und virtuelle Bildräume. Eine einfache Interpretation wäre weit gefehlt: hier geht es nicht um Illustration oder den schlichten Effekt von zärtlichen Empfinden gegenüber dem vielleicht schwächeren Part von Haus- und Wildtier, das oft niedliche Varianten menschlicher Verhaltensweisen imitiert. Auch sind keine dringlichen ökologischen Fragen unterschwellig angesprochen. Der Titel des Radierzyklus "zustände" verrät bereits, dass es um eine Parallelaktion geht, die Körperhaltungen von Tieren psychologische Vorgängen beim Menschen gegenüberstellt.
Natalia Weiss hat einen Radierzyklus kleineren Blattformats für eine geliebte Verstorbene
geschaffen – sie nennt dieses Epitaph „Liebeserklärung“, wobei die Plattenreaktion auf Säureattacken
an den Rändern berücksichtigt wurde – der Zerstörungsprozess im Bild auch auf den Tod verweist.
Auch von diesen Möglichkeiten her interessiert sie die lange beiseite geschobene und nun wieder
im Trend liegende Druckgrafik. Tiere und abstrakte Boden-, Blatt-, Gras-. Oder Wasserstrukturen sind
mit Sätzen kombiniert: »wollte ich sicher sein dass du es weißt ... wollte ich noch Käfer mit dir bestimmen
...wollte ich noch länger zwischen den Zeilen lesen.« Das Verständnis gegenüber der alten Verbindung
von Tier und Tod ist aufrecht, auch wenn sie längst abgerissen ist, so wie die logische Erkenntnis
in Sachen Kunst der Höhlenmalerei beschränkt ist auf die Möglichkeit, durch wissenschaftliche oder
künstlerische Einwände Brücken zu bauen. Das Tier ist dabei als Symbol und die Sprache
als Zeichensetzung hilfreich.
Textauszug von Brigitte Borchardt-Birbaumer
