No pasaran
»Marek Firek«
Nach einem Studium der Architektur in Krakau und einem Produktdesign Studium an der dortigen Kunstakademie unterrichtet Marek Firek seit 1988 im Institut für Zeichnung, Malerei und Bildhauerei an der Architekturfakultät der Krakauer Technischen Universität. Mitte der 90er Jahre gründet Marek Firek mit den Studenten Rafal Bujnowski, Marcin Maciejowski, Wilhelm Sasnal und Józef Tomczyk Kurosawa (gest.2006), einem bereits älteren Modell der Akademie, die Gruppe Ladnie (Schön). Als Konzeptionist der Gruppe prägt er den Begriff »Ladnismus«. Eine Theorie in der modernen Kunst, die konformistisch im Inhalt ist und bewusst auf die Schaffung neuer Sichtweisen verzichtet. Der Künstler soll Konformist, Konjunkturalist und Lebenskonsument sein. Die Alternativkunst und Avantgarde des vergangenen Jahrhunderts sind nicht mehr modern. Top sind bereits im Gegensatz zu ihnen die Konjunktivkunst und Arrièregarde. In kürzester Zeit avancierte die Gruppe »Schön« zu einer »Boygroup der bildenden Künste« in Polen. Heute sind die Künstler durch bedeutende internationale Galerien wie zB.: The Saatchi Gallery, Johnen+Schöttle, Galeria Raster und der Nova Galerie vertreten.
»Picture for theft« Die Galerie ardizón startet mit einer »One night exhibition« in die herbstliche Ausstellungssaison in Vorarlberg. Präsentiert wird eine speziell für die ArtGallery DRIVE INN konzipierte Bilderserie von Marek Firek. Der polnische Künstler war bereits 2008 bei der Retrospektive »Die berühmte Zeitung am Dientag« mit seinen Künstlerkollegen der Gruppe »Hübsch« (Rafal Bujnowski, Marcin Maciejowski, Wilhelm Sasnal and Józef Tomczyk-Kurosawa 2006*) auf der ehemaligen Tankstelle in Lochau vertreten. Nach seinen Bilderserien »Buy the picture and finish it« und »Finish the picture« fordert Marek Firek die Betrachter seiner Bilder erneut zur Interaktion auf.
In seiner neuen Serie »No pasaran« (Sie werden nicht durchkommen) greift Firek sein interaktives Konzept wieder auf und erweitert es um den Slogan »Picture for theft«. Die Arbeiten zeigen polnische Automarken, die heute nicht mehr produziert werden. Es handelt sich im übertragenen Sinne, um die Aufforderung, beim Stehlen eines dieser Bilder, einen Autodiebstahl zu begehen. Firek sagt: »Autos, die auf der Strasse stehen, werden von kleinen Dieben gestohlen, Diebe größeren Formats stehlen gleich die ganze Autofabrik«. Diese Aussage drückt Marek Firek mit seinem Slogan »No pasaran« aus. Die Bilder von gemalten Autos sollen nicht nur an die ehemaligen polnischen Automarken erinnern, sondern sie sollen die Hoffnung ausdrücken, dass eines Tages wieder ein neues Modell von diesen Autos produziert werden wird. Marek Firek will mit seiner Kunst den Menschen Mut und Hoffnung geben. Im 19 Jhd.wurde Polen von seinen Nachbarländern erobert. Ein berühmter polnischer Maler des 19 Jhd. Jan Matejko malte damals Bilder von bekannten Schlachten um dem Volk Mut und Hoffnung zu geben. Besonders eines seiner Bilder, das die Schlacht von Zielony Las (Zielony Bór - Grunewald) darstellt, ist in Polen sehr berühmt. Firek malt statt Schlachten polnische Automobile um auf den tobenden Wirtschaftskrieg hinzuweisen. Volkswagen hat die Schlacht gegen den polnischen FSR bereits gewonnen. Mag sein, dass sich die Kriegsführung im Vergleich zu früher geändert hat, doch Krieg bleibt Krieg, auch wenn er heute lediglich als Wirtschaftskrieg geführt wird.
Für die Ausstellung sind auch noch weitere Bilder entstanden. Marek Firek liebt es mit seinem Sohn Autos auf Papier, Karton oder Schachteln zu zeichnen. Indem er sich nun dafür entschieden hat Autos auch auf Leinwände zu malen und diese von seinem Sohn weiter bemalen zu lassen- knüpft er wieder an sein Konzept von »Finish the picture«, an. Er lässt seinen Sohn die Bilder verändern und vollenden und der malt Strassen, Abgase, Nummern und andere Autos dazu. Die so entstandenen Bilder sind im vom 02. bis 16 Oktober im Salesroom (Maurachgasse 1 in Bregenz) der Galerie ardizón zu sehen.
Mit dieser unkonventionellen Ausstellung verzichtet Marek Firek erstmals auf politische Korrektheit und führt einen erneuten Seitenhieb auf den Kunstmarkt aus: »Artists are only workers in XXI century (conformism - not nonconformism; coniunction - not alternative; ariergarde-ariergardism - not vanguard; evolution - not revolution).«
Marek Firek wurde 1958 in Krakau (Polen) geboren. 1986 erhielt er ein Diplom an der Fakultät für Architektur an der Politechnika Krakowska (Technische Universität) in Krakau. 1989 folgte das Diplom in der Fachrichtung Product Design, an der ASP (Akademie der bildenden Künste) in Krakau. Seit 1988 unterrichtet Firek im Institut für Zeichnung, Malerei und Bildhauerei an der Architekturfakultät der Krakauer Technischen Universität. 1989 absolvierte er das Diplom an der Fakultät für angewandte Formen, der Akademie der bildenden Künste in Krakau. 1998 erlangte er den Doktortitel an der Technischen Universität. Es folgten zahlreiche Auszeichnungen und Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland.
