Promenadologie Projekt
»TATORT Hernals«
OGA (Offene Galerie ardizón) in Kooperation mit Linse Filmfest und bookpoint Hernals
Künstlerisch wissenschaftliche Spaziergänge durch Hernals.
In Kooperation mit dem Verein »Offene Galerie ardizón« werden Künstler und Künstlerinnen, die sich mit Promenadologie (Spaziergangswissenschaft) beschäftigen, Spaziergänge in Hernals inszenieren. Der TATORT HERNALS bietet den Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit dem öffentlichen und sozialen Raum im Wiener Bezirk Hernals. Das vorgegebene Territorium wird mit Spaziergängen untersucht. Unsere Wahrnehmung für unsere Umgebung soll geschärft werden. Genau hinsehen, verstehen, analysieren, dokumentieren, hinterfragen, anders sehen und interpretieren. Das soll die Vorarbeit für die Konzeption eines für die Besucher inszenierten Spaziergangs sein, bei dem die Künstlerin / der Künstler über ihre / seine Erkenntnisse und Wahrnehmungen reflektiert. Es geht also grundsätzlich um die Konzeption eines Spaziergangs, welcher dann als Programmpunkt des Festivals mit den Besuchern abgelaufen wird. Der Spaziergang selbst wird zum Kunstobjekt. Die Künstler und Künstlerinnen sind eingeladen, nicht nur den IST-Zustand des Bezirks Hernals abzubilden, sondern durch ihre Wahrnehmungen und Beschäftigung mit dem vorhandenen Raum auch eigene Stadtraumutopien zu erschaffen. Zusätzlich wird mit Referenzobjekten, die sich in den Schaufenstern des Reisebüro Ottakringerstraße und in einem leerstehenden Erdgeschoßlokal in der Hernalser Hauptstraße befinden werden, auf die Spaziergänge aufmerksam gemacht. Diese Objekte sollen den Spaziergang angemessen repräsentieren und die Besucher während des Festivals dazu animieren, die Künstler und Künstlerinnen auf ihren inszenierten Spaziergang zu begleiten.
Die Künstlerinnen Sarah Glaser, Daniela Schmeiser, Stefanie Hammann, Franziska Adensamer & Stefanie Jörgler, Pia Zonsits & Katrin Geistler (Künstlerduo Zebrakompott) und Tina Murg konzeptionieren inszenierte, wissenschaftliche Spaziergänge zu denen die Besucher während des Festivals per Tag und Nacht durch den Bezirk Hernals geführt werden.
So kann man zum Beispiel eine einzigartige Zeitreise, mit der ungeschmikten Wahrheit über das Herz des 17. Wiener Bezirks, mit den zwei Künstlerinnen Katrin Geistler und Pia Zonsits durch den Bezirk Hernals erleben. Aufbauend auf die Spaziergangswissenschaft von Lucius Burckhardt erarbeitete die Landschaftsdesignerin Sarah Glaser einen Spaziergang der das Spektrum der Nutzungsflächen in Hernals aufzeigt und diese in ihren persönlich erlebten Erlebnissen vermittelt. Eine Wohnungseinweihung übertragen auf einen Spaziergang zeigen uns die zwei Performance Künstlerinnen Franziska Adensamer und Stefanie Jürgler. Anders geht die Bildhauerin Stefanie Hamman mit diesem Bezirk um, über »Google-Suchergebnisse« zum Begriff »Hernals« wurde ein Spaziergang entwickelt. Bei dem Spaziergang mit Daniela Schmeiser entstehen durch die Gehbewegungen beim Ablaufen von 17. vorgegebenen Routen »Wegebilder«.
Das Reisebüro wird zum »Spaziergangsinfobüro«, in den Schaufenstern werden die unterschiedlichen Spaziergänge als Kunstobjekte mit Fotos, Skizzen, Plänen oder Objekten dargestellt. Weiters werden künstlerische Filmbeiträge zum Thema Promenadologie, Reisen, Bergsteigen und Bewegung zu sehen sein.Ausgestellte Texte und ein Büchertisch werden die Besucher über die, Entstehung sowie Theorie der Spaziergangswissenschaft und dessen Begründer Lucius Burckhardt informieren. Ein Salon mit rundem Tisch, auf dem eine Videokamera installiert wird, lädt zur Diskussion über die Wahrnehmung des Sicht und Unsichtbaren in Hernals ein.
Special Guests: Marek Firek und Beata Heltman (Polen) Marek Firek und Beata Heltman (Polen) werden Installationen im öffentlichen Raum oder in Schaufenstern zeigen. Die beiden Künstler sind als spezielle Gäste eingeladen. Beata Heltman arbeitet mit dem öffentlichen Raum und wird Styroporwürfel (100x100x100) an markanten Plätzen und Orten Wien aufstellen. Der Künstler Marek Firek wird mit einer noch unbekannten Raum oder Schaufenster Installation die Besucher des Festivals überraschen.
Objekt zur Promenadologie (Christoph Aigner) Fertigung eines Objekts, ein Fernrohr aus Papier, Papier als Trägermaterial eines Textes, der vom Wort promenieren, seinen doppelten Böden, der Unfassbarkeit einiger seiner zahllosen Wortschichten, ausgeht und ins Gehen kommt, mag heißen, er wird bewegt.
